Salon Futur #12: Phänomene statt Fächer

24.06.2017 | 18:00 - 20:00
Salon Futur #12

Salon Futur #12

Salon Futur Juni 2017, Gerhard de Haan, Marja Martikainen, Eugen Füner

Salon Futur Juni 2017, Gerhard de Haan, Marja Martikainen, Eugen Füner

Salon Futur Juni 2017, Marja Martikainen

Salon Futur Juni 2017, Marja Martikainen

"Phänomene statt Fächer? Zur Zukunft des Schulunterrichts" – unter diesem Motto fand am 24. Juni 2017 der Salon Futur #12 statt.

Seit 2014 gilt in Finnland ein neues Bildungscurriculum. Die wesentliche Neuheit: Die Schülerinnen und Schüler lernen nach dem Konzept des Phänomen-Unterrichts. Innerhalb weniger Jahren soll dieser den herkömmlichen Fachunterricht in der Schule zum Teil ersetzen oder zumindest erweitern. In Deutschland traf diese Neuausrichtung auf Zustimmung und Ablehnung gleichermaßen.

Beim Salon Futur #12 stellte uns die Schulleiterin und Dozentin der Universität Helsinki Marja Martikainen die Grundgedanken und die Besonderheiten dieses Konzepts vor. Anhand von Beispielen aus Finnland wurden Vor- und Nachteile des Phänomen-Unterrichts erörtert und diskutiert, welche Aspekte auch im Schulunterricht in Deutschland aufgegriffen werden könnten.

Außerdem auf dem Podium stand der ehemalige Schuldirektor und mittlerweile als Schriftsteller und Schulkritiker tätige Eugen Füner ("Ist die Schule noch zu retten?"). Er sieht den Misserfolg deutscher Schulen im Umgang mit der sich wandelnden Welt vor allem in der veralteten Institution mit ihren starren Strukturen. Beim Salon Futur sprach er sich für eine Neudefinition der Institution als vernetzten "Lernort" aus.

Prof. Dr. Gerhard de Haan moderierte die Diskussion und zeigte sich im Laufe des Gesprächs erstaunt darüber, wie entspannt und gelassen die finnischen Behörden und Schulen in ihrer Zusammenarbeit über diese Bildungsfragen diskutieren und sie sodann realisieren können; in Deutschland sehe das anders aus. Frau Martikainen erklärte, dass die finnische (Aus)bildung sich als inkludierend und fördernd versteht, in individuelle Potenziale eines jeden vertraut und für kontinuierliche Absprachen zwischen allen betroffenen Instanzen sorgt – also mit Eltern, Lehrer*innen, außer- und vorschulischen Lernorten, Universitäten, Behörden – aber eben vor allem auch mit der eigentlichen Zielgruppe selbst: den Schüler*innen.

Vielleicht ist das ja schon das Geheimnis zu einer geeigneteren (Aus)bildung auch in Deutschland?

Im Anschluss tauschten sich die Gäste über diese und weitere Fragen bei einem Gläßchen Wein und frischen Brezeln aus.

Ablauf

18:00 Präsentation "Phänomene statt Fächer?"
Marja Martikainen (Viikki Teacher Training School | University of Helsinki)

18:30 Podiumsdiskussion
mit Prof. Dr. Gerhard de Haan (Institut Futur | Freie Universität Berlin)
mit Eugen Füner (Schriftsteller, u. a. "Ist die Schule noch zu retten?")

Im Anschluss
Austausch bei einem Gläschen Wein

Zeit & Ort

24.06.2017 | 18:00 - 20:00

Raum KL 29/11, Hörsaal 1a, Habelschwerdter Allee 45 (Rostlaube), 14195 Berlin

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