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Rückblick: Methoden-Tagung "Mentale Zukünfte" des Netzwerk Zukunftsforschung

Methodentagung des Netzwerk Zukunftsforschung

Methodentagung des Netzwerk Zukunftsforschung

Mit den Möglichkeiten und Grenzen der Berechenbarkeit zukünftigen Denkens und Verhaltens von Menschen beschäftigte sich die 9. Methoden-Tagung des Netzwerk Zukunftsforschung. Sie fand am 13. Juni 2016 an der FU Berlin statt. Das Institut Futur war Mitveranstalter.

News vom 24.06.2016

„MENTALE ZUKÜNFTE – Möglichkeiten und Grenzen der Berechenbarkeit zukünftigen Denkens und Verhaltens von Menschen“ – mit diesem Thema beschäftigte sich eine Methoden-Tagung am 13. Juni 2016 in Berlin. Eingeladen hatte das Netzwerk Zukunftsforschung in Kooperation mit dem Institut Futur, dem IaF Urbane Zukunft der FH Potsdam sowie dem foresightlab. Im Mittelpunkt der Tagung stand die Frage, welchen Beitrag neuere Methoden aus der Computational Social Science (CSS) zur Zukunftsforschung leisten können, inwieweit sie beispielsweise die Projektion bzw. Simulation zukünftiger sozialer Systeme verbessern können.

Der Sozialpsychologe Prof. Dr. Tobias Schröder von der FH Potsdam näherte sich dieser Fragestellung von der kognitionswissenschaftlichen Seite. Er machte deutlich, wie stark soziale Wahrnehmungen und Verhaltensweisen von quasi automatisch ablaufenden affektiven Prozessen und grundlegenden kulturellen Wertestrukturen beeinflusst sind.

Ingo Wolf, der als Kognitions- und Sozialpsychologe sowohl am IaF Urbane Zukunft als auch dem Institut Futur forscht, diskutierte in seinem Vortrag die Möglichkeiten und Grenzen der Methode der Agentenbasierten Modellierung (ABM) zur Simulation künstlicher Gesellschaften. Sein Fazit: Die ABM habe dazu beigetragen, soziale Systeme und Dynamiken besser zu verstehen (Explanation), ein neues Prognoseinstrument (Prädikation) sei sie jedoch (noch) nicht.

Dr. Karlheinz Steinmüller, wissenschaftlicher Direktor des Beratungsunternehmens Z_punkt, spannte einen großen geschichtlichen Bogen von den Utopien eines rational berechneten Lebens im 17. Jahrhundert bis zur heutigen Diskussion über Big Data. Er sah in der CSS vor allem einen komplementären Nutzen für die Zukunftsforschung, da sie neue Möglichkeiten schaffe, Hypothesen zu bilden und zu testen. Bei großen, komplexen Zukunftsfragen, wie etwa dem Klimawandel, stoße die Modellierung jedoch an deutliche Grenzen.

Beate Schulz-Montag, Partnerin des foresightlab und – wie auch Steinmüller und Wolf – Lehrende im Masterstudiengang Zukunftsforschung, führte durch die Tagung, die mit rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr gut besucht war.

Programm (PDF)

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