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Monitoring zu Nachhaltigkeit und BNE im Hochschulsystem: Neuer Bericht veröffentlicht

Neue Ergebnisse des Nationalen BNE-Monitorings zum Hochschulsystem

Neue Ergebnisse des Nationalen BNE-Monitorings zum Hochschulsystem

Eine aktuelle Dokumentenanalyse des nationalen BNE-Monitorings zum Hochschulsystem zeigt: Dynamisch ist die Verankerung von Nachhaltigkeit und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) insbesondere bei Hochschulgesetzen und Zielvereinbarungen. Ungenutzte Potentiale bestehen unter anderem bei Curricula und Dokumenten der Selbstverwaltung.

News vom 28.09.2022

Hochschulen sind Schlüsselakteure in einer Transformation zur Nachhaltigkeit. Basierend auf einer Analyse von über 1.800 Dokumenten fassen Jorrit Holst und Dr. Mandy Singer-Brodowski in einem aktuellen Kurzbericht zusammen, inwiefern BNE und Nachhaltigkeit in den vergangenen Jahren strukturell im Bildungsbereich verankert wurden. Aus den Ergebnissen werden Bedarfe und Handlungsoptionen für Akteure im Hochschulsystem abgeleitet. Auffällig ist, dass sich in den Daten eine Differenz zwischen hochschulpolitischen Dokumenten (u.a. Gesetzen, Zielvereinbarungen) auf der einen, und hochschulspezifischen Dokumenten (z.B. Modulhandbücher, Leitbilder, Strategien) auf der anderen Seite zeigt.

So hatten Ende 2021 bereits neun der 16 Bundesländer einen Beitrag zu Nachhaltigkeit zur allgemeinen Aufgabe der Hochschulen erklärt (2016: fünf, 2019: sechs), die Gesetze aus zumindest zwei Bundesländern enthalten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung überdies explizite Verpflichtungen zu BNE. Auch in Ziel- und Leistungsvereinbarungen ist ein deutlicher Trend zu Nachhaltigkeit erkennbar, wenngleich mit großen Unterschieden zwischen Bundesländern und Standorten – und vergleichsweise wenigen Bezügen auf BNE in der Lehre. Dagegen ist in den Dokumenten von 20 systematisch ausgewählten Hochschulen in den vergangenen Jahren nur eine geringfügige Dynamik erkennbar. Abgesehen von einer Sammlung an Beispielen guter Praxis sind weder in den Modulhandbüchern verschiedener Studiengänge, noch bei hochschuldidaktischen Fort- und Weiterbildungen, Leitbildern, Strategien und Berufungssatzungen deutliche Entwicklungen zu einer querschnittlichen Ausrichtung der Hochschulen auf Nachhaltigkeit und BNE identifizierbar.

Vor dem Hintergrund der Ergebnisse empfehlen die Autor*innen unter anderem, Nachhaltigkeit in Ziel- und Leistungsvereinbarungen und Hochschulgesetzen konkret auf alle Handlungsbereiche (z.B. Lehre, Forschung, Betrieb, Transfer) zu beziehen, und die expliziten Verbindungen zwischen BNE und qualitativ hochwertiger Lehre zu stärken. Dafür wird außerdem vorgeschlagen, einen ausgeprägteren Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und BNE in hochschuldidaktischer Fort- und Weiterbildung zu legen. Hinsichtlich einzelner Hochschulstandorte wird weiterhin angeregt, in partizipativen Prozessen vor Ort Aktionspläne mit konkreten Zielen, Maßnahmen und Evaluationsansätzen zu entwickeln, um Nachhaltigkeit als Kern der Organisationsentwicklung an Hochschulen zu stärken. Insbesondere die Hochschulrektorenkonferenz und die regionalen Landesrektorenkonferenzen können bei der Vernetzung, Kommunikation und Unterstützung dieser Prozesse eine proaktive Rolle einnehmen, beispielsweise indem sie gemeinsam mit ihren Mitgliedshochschulen Ziele und Strukturvorschläge zur Integration von Nachhaltigkeit und BNE entwickeln. Unter anderem vor dem Hintergrund der ambitionierten Positionen von Studierenden zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz wird erneut nahegelegt, Studierende stärker – idealerweise paritätisch - in die relevanten Entscheidungsprozesse an Hochschulen einzubinden.

Den vollständigen Bericht finden Sie HIER.

 

Weitere Informationen:

Hintergründe und sonstige Ergebnisse des BNE-Monitorings finden sich auf der Projektseite sowie auf dem BNE-Portal unter Monitoring. In den vergangenen Wochen wurden neue Ergebnisse aus den Bereichen Frühkindlicher Bildung und Beruflicher Bildung veröffentlicht. Zeitnah folgt ein Bericht zu Nachhaltigkeit und BNE im Bildungsbereich Schule.

 

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